Sind Kollegah und Farid Bang Antisemiten? – Sprachwissenschaftler analysieren JBG3

Hintergrund

Die BILD Zeitung und Kollegah lieferten sich im vergangenen Jahr einen heftigen Schlagabtausch nach dem anderen. Immer wieder ging die BILD Zeitung auf vermeintlich antisemitisches Verhalten von Kollegah und Farid Bang ein.

Diese dementierten jedoch jegliche antisemitische Haltung. Gegen Kollegah und Farid Bang wurden anschließend sogar Ermittlungen angewiesen, die aber mittlerweile wieder eingestellt wurden. Mittlerweile wurde das Album in Deutschland verboten.

Analyse

In den Vorwürfen ging es hauptsächlich um eine Zeile auf JBG3, die von Farid Bang gerappt wurde. Auf dem Track „0815“ rappt der Düsseldorfer nämlich: „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ – Nun haben sich zwei Sprachwissenschaftler die Texte von JBG3 genauer unter die Lupe genommen und geprüft, ob die Vorwürfe gegen Kollegah und Farid Bang tatsächlich wahr sind.

In der Analyse wurde unter anderem untersucht, welche Gruppen am häufigsten gedisst werden. Insgesamt wurden auf JBG3 über 200 Disses festgestellt, wovon 51 Prozent Disses gegen andere Rapper waren.

Den zweiten Platz belegten „Frauen“, wofür insbesondere das Wort „Bitch“ gesorgt haben dürfte. Mit 9 Prozent belegen „ethnische Minderheiten“ den dritten Platz. 5 Prozent der Disses waren gegen „Personen des öffentlichen Lebens“ gerichtet und 2 Prozent gegen „Übergewichtige“.

Die besagte Zeile, die in Deutschland für Chaos sorgte und die Schließung des ECHOs mit sich brachte wird von den Sprachwissenschaftlern als „zynisch und diffamierend“ bewertet, was jedoch auch beim Rest des Albums der Fall ist.

Das Fazit der Linguisten fällt durchaus anders aus als das der allgemeinen Medien: „Im Kontext dieser Analyse liegt die Vermutung eines systematischen Antisemitismus allerdings fern.“ – Für diejenigen, die interessiert an dem Bericht sind, haben wir HIER einen Link zur PDF eingebunden.

Sprach Report – Institut für deutsche Sprache

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