Alkohol, Sexsucht & Co: Das sind die Laster der Deutsch-Rapper

„Ja, ich bin süchtig nach Sex“, soll Bushido im Jahr 2007 gegenüber der BRAVO gestanden haben. Seither macht er immer wieder Schlagzeilen mit seinen Aussagen, wie „Wenn ich geil bin, würde ich jede Frau nehmen“. Doch mit seinem Laster ist er nicht alleine: Immer mehr deutsche Rapper gestehen nun, welche Gewohnheiten oder Süchte sie mit sich herumtragen. Bei einigen kamen diese erst mit dem Ruhm, bei anderen hatten sie schon vorher begonnen. Im Fall Bushido herrschte lange Zeit Unklarheit darüber, ob es sich um ein tatsächliches Geständnis oder nur um eine gekonnte Promo für sein neues Album handelte.

Dennoch scheint das Thema Sex in seinem Leben eine wichtige Rolle zu spielen. Denn auch seiner Ex-Freundin Fernanda Brandao ließ er öffentlich eine Botschaft zukommen: „Ich soll dir einen schönen Gruß von ihm ausrichten. Du bist schlecht im Bett.“, sagt Cosimo Citiolo bei der achten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ zu der Jurorin und holt eine Autogrammkarte von Bushido aus der Tasche. Handfeste Sucht, schlechte Angewohnheit oder gekonntes Marketing: Was auch immer hinter Bushidos Sexfixierung wirklich steckt – seine Fans kann mittlerweile wohl nichts mehr schockieren.

Marteria kämpfte mit Drogen und Alkohol…

…und zwar sprichwörtlich um sein Leben. Bei ihm scheint die Problematik also deutlich ausgeprägter zu sein als bei Bushidos Geplänkel mit seiner angeblichen Sexsucht. Im Jahr 2015 erlitt Marten Laciny, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, sogar ein akutes Nierenversagen, hervorgerufen durch seinen langjährigen Alkohol- und Drogenmissbrauch. Sein plötzliches Verschwinden sorgte damals für viele Fragen bei den Fans und Medien, schließlich hatte er gerade erst Platin für sein Album abgesahnt. Es wurde viel spekuliert, ob er vielleicht gerade durch Afrika tingelt oder die Welt bereist. Stattdessen lag er aber wochenlang im Krankenhaus und die Ärzte rangen um sein Leben.

Er hat den Kampf gewonnen und ist wider Erwarten vollständig gesund nach Hause zurückgekehrt. Nachdem er also die Erfahrung gemacht hatte, an der Schwelle zum Jenseits zu stehen, hat er sich endlich dafür entschieden, von seinen Lastern zu lassen. Was ihm dabei angeblich hilft, sind Ruhe sowie Entschleunigung. Sein Ersatz für die Aufputschmittel & Co ist daher sehr bodenständig: Der Deutsch-Rapper geht liebend gerne zum Angeln. Außerdem lebt er in einem stabilen familiären Umfeld mit seiner Ehefrau Jadu Laciny auf einem Alpaka-Hof am Meer.

Fler und seine Konflikte mit dem Gesetz

Für regelmäßige Schlagzeilen in der Szene sorgt auch Fler, der es scheinbar nicht lassen kann, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Es ist erst etwas mehr als ein Jahr her, da musste der Rapper 10.000 Euro Strafe zahlen, weil er seine Nachbarin beleidigt hatte. Angeblich hatte er die rassistische Dame nur zurechtweisen wollen. Offensichtlich handelte er dabei zu impulsiv und ist somit vor Gericht gelandet – und verurteilt worden. Ob er aus seinem Fehler gelernt hat?

Das ist fraglich, denn schon machen neue Schlagzeilen die Runde: Fler soll erneut verhaftet worden sein. Der Grund diesmal lautet, er habe Polizeibeamten beleidigt und sei ohne gültigen Führerschein mit dem Auto unterwegs gewesen sein. Welche Strafe er jetzt zu befürchten hat, bleibt noch abzuwarten. In jedem Fall steht aber fest, dass Fler lernen sollte, seine Worte in solchen Situationen mit Bedacht zu wählen.

Diese Deutsch-Rapper waren sogar schon im Knast

Prison
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Bis ins Gefängnis hat ihn sein Laster bislang aber noch nicht gebracht. Dort wäre Fler jedoch in guter Gesellschaft weiterer bekannter Namen aus der Deutsch-Rap-Szene. Denn so einige von ihnen waren in der Vergangenheit bereits im Knast:

  • Versuchter Totschlag lautete die Anklage, gegen welche sich der Rapper Bero Bass im Jahr 2009 verteidigen musste. Er behauptete jedoch, vom Opfer angegriffen worden zu sein und sich nur verteidigt zu haben. Bis das Urteil gesprochen wurde, saß er dementsprechend lange in Untersuchungshaft. Schließlich musste Bero Bass 7.000 Euro Strafe zahlen und bekam zwei Jahre auf Bewährung.
  • Der Rapper Blokkmonsta könnte beinahe als Dauergast im Knast bezeichnet werden. Sein Laster: Gewaltverherrlichung. Das spiegelt sich nicht nur in seinen Texten wider, sondern bescherte ihm im Jahr 2007 auch einen Besuch der SEK im eigenen Zuhause. Was sie dort fanden, waren zahlreiche scheinbar gefährliche Waffen. Zwar stellte sich schnell heraus, dass es sich lediglich um Attrappen handelte, dennoch wurde er der Volksverhetzung, Beleidigung sowie eben Gewaltdarstellung schuldig gesprochen. Außerdem soll er öffentlich zu Straftaten aufgefordert haben. Nach zehn Monaten in Haft folgte nur kurze Zeit später im Jahr 2011 die erneute Verhaftung: Er soll einen anderen Rapper angegriffen haben und durfte prompt weitere sieben Monate in den Knast.
  • Wenn es um echte Gangster geht, darf Yassir nicht auf der Liste fehlen. Der Deutsch-Rapper soll bereits im Alter von neun Jahren mit Drogen in Berührung gekommen und seither nicht mehr von seinem Laster losgekommen sein. Das bescherte ihm viel Ärger mit dem Gesetz und insgesamt fünf Jahre im Gefängnis. Gelernt hat er aus seinen Verfehlungen offensichtlich nicht und so reichte es dem deutschen Staat irgendwann. Daraufhin wurde er im Jahr 2011 ausgewiesen und soll seither in Marokko leben.
  • Alkohol und Gewalt scheinen hingegen die Laster von Silla zu sein. Der Rapper musste zwar nur für wenige Stunden in den Knast. Besonders getroffen haben dürfte ihn das aber, weil ihn seine Frau dorthin gebracht hat. Sie hatte nämlich die Polizei gerufen, nachdem Silla sie angeblich in betrunkenem Zustand angreifen wollte.
  • Und auch Bass Sultan Hengzt musste einige Stunden im Gefängnis verbringen. Er hatte jedoch nicht selbst etwas verbrochen, sondern wurde von einer verrückten Stalkerin mit einem Messer angegriffen. Die Polizei war sich zu Beginn unklar darüber, wer die Auseinandersetzung angezettelt hatte – und nahm Bass Sultan Hengzt für eine Nacht fest. Anschließend hatte sich das Missverständnis aufgeklärt und er kam wieder auf freien Fuß.

Harmlos, aber verbreitet: Das Spiel um das „Rechthaben“

Eine Angewohnheit, für welche sie glücklicherweise nicht so schnell im Knast landen können, teilen ebenfalls viele Deutsch-Rapper: Sie wetten gerne. Besonders beliebt sind derzeit Online-Wetten da sie einfach und bequem in der Handhabung sind. Solange sie das auf eine legale Art und Weise machen, haben sie dadurch nichts zu befürchten. Gewettet werden kann auf nahezu alle Sportarten. Farid Bang soll mit seiner Wette auf Mario Götze zu Beginn des Jahres 2019 sogar ordentlich abgesahnt haben. Aber nicht nur klassische Wetten, sondern auch verrückte Wettideen werden von den Deutsch-Rappern gerne umgesetzt:

Der Rapper Al-Gear zockte kurzerhand mit seinen Fans FIFA um einen ungewöhnlichen Wetteinsatz – und zwar muss der Fan, wenn er verliert, die Reifen an seinem Auto wechseln. Sollte er hingegen selbst verlieren, würde er den Fan sowie seinen Kollegen mit in den Urlaub nach Spanien nehmen. Tatsächlich hat Al-Gear am Ende verloren. Dass er ein Faible für das Wetten hat, beweist er zudem durch seine Wette auf Algerien im Afrika-Cup.

Diese Vorgeschichte will kurz erzählt werden: Al-Gear soll demnach ein Angebot von einem Label erhalten haben. Angeblich sollte er zusätzlich zu einem Plattenvertrag über drei Alben 25.000 Euro erhalten, wenn er dafür während der Vertragslaufzeit auf das Glücksspiel verzichtet. Dem begnadeten „Sportwetter“ fällt das aber denkbar schwer und so nahm der die 25.000 Euro und setzte sie in Las Vegas auf das Spiel Algerien gegen Senegal. Seine Mannschaft gewann und er ging mit 72.500 Euro nach Hause. Den Plattendeal lehnte er ab. Wenn es um das Wetten geht, befindet er sich zudem in guter Gesellschaft, denn auch MOK, Bonez MC und Fler sollen bereits mit Sportwetten abgeräumt haben. KC Rebell und Kontra K scheinen hingegen mehr auf Poker zu stehen und sollen dabei um einen fünfstelligen Betrag gezockt haben.

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