Nach Samra-Feature – Elif mit direkter Videobotschaft an Mero

Die türkische und kurdische Community spielte schon immer eine große Rolle in der Rapszene in Deutschland. Hat Serdar Somuncu vor einigen Jahren noch verächtlich von „Aushilfsschwarzen“ gesprochen, sind kulturelle Einflüsse aus türkischstämmigen Einwandererfamilien heutzutage ein wichtiger Teil der deutschen Rapmusik, ebenso wie der deutschen Kultur.

Genauso wie man sich Berlin nicht ohne Shishabars, Dönerläden und Baklava-Geschäfte vorstellen kann, ist deutscher Rap ohne orientalische Instrumentals oder Vokabeln aus dem türkischen und arabischen quasi undenkbar. Noch weniger denkbar ist eine deutsche Rapszene ohne Rapper mit türkischen oder kurdischen Wurzeln.

Künstler wie Haftbefehl, Azad, Xatar, Azzi Memo, KC Rebell, Kool Savas, Eko Fresh, Mero, Alpa Gun, Mert, Massaka, Ali471, Summer Cem und viele mehr stammen alle aus der Türkei oder aus Kurdistan und haben den Erfolg und die Entwicklung der Rapmusik in Deutschland maßgeblich mitgeprägt.

Trotzdem scheint es keine türkische Rap-Community im klassischen Sinne zu geben. Anders als bei anderen Gruppen ähnlicher ethnischer Abstammungen wie bei der Bantu Nation oder den meisten albanischen Rappern gibt es kaum gegenseitigen Support untereinander. KC Rebell selbst formulierte es vor ein paar Jahren so: „Und man sagt wir Kurden f**ken uns nur gegenseitig“

Elif

Dieses Phänomen scheint sich seit Beginn des Jahres jedoch mehr und mehr aufzulösen, denn immer mehr Musiker mit türkischen Wurzeln connecten sich untereinander. Nachdem Alpa Gun und Mert mit ihrem Song „Ausländer“ große Erfolge erzielten und andeuteten, sich auch einen Song mit Mero vorstellen zu können.

Nun könnte sich die nächste Zusammenarbeit anbahnen. Elif zeigt Support für Mero und pumpt seinen deutsch-türkischen Hit „Olabilir“ in ihrer Story. Da die beiden exzellente Sänger sind und ihre Wurzeln in der Türkei haben, dürfte das sehr wahrscheinlich eine Kombo sein, über die sich die türkische Community ganz besonders freuen würde.

Hier seht ihr die Videobotschaft

Gepostet von Ferdinand von Ballin am Sonntag, 2. August 2020