Alle bisherigen Zeugenaussagen von Bushido gegen Arafat

© Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Bushido

Der Verhandlung zwischen Arafat und Bushido geht weiter. An den letzten Verhandlungstagen erörterte Bushido, wie er seine Rapkarriere begonnen hat, wie er an Arafat geriet und wie es dazu kommen konnte, dass die beiden 10 Jahre lang mutmaßlich gegen den Willen des Rappers zusammengearbeitet haben. Unten könnt ihr euch den Inhalt der ersten drei Aussagen durchlesen

Aussage Teil 1: Die Vorgeschichte

Aussage Teil 2: Trennung von Aggro und Kennenlernen

Aussage Teil 3: Einnahmen-Beteiligung für Arafat

Zeugenaussage

Jetzt ist der vierte Teil von Bushidos Zeugenaussage da. Die BILD-Zeitung hat diesmal einen großen Teil der Aussage zitiert. Darin liefert Bushido weitere finanzielle Details, erklärt wie das geschäftliche und private Zusammenleben mit Arafat verlief und gibt einige Geschehnisse aus der Anfangsphase von EGJ wieder.

Hier ist die gesamte Aussage:

„Splash-Festival 2004. Danach hatten ich und meine Entourage Hausverbot. Arafat klärte das in Berlin. Ich sollte 50 000 Euro an die Schöneberger Jungs zahlen, die mich begleitet hatten. Wie Ablöse im Fußball, wenn man den Verein wechselt. Das Geld drückte ich Arafat in die Hand. Das Verhältnis zu den Schönebergern war danach sehr angeheizt. Klar, denn Arafat hat in den letzten zehn Jahren über neun Millionen Euro mit mir verdient!“

„Die Treffen mit Arafat wurden öfter. Aber nur im Café seines Bruders, zum Kartenspielen, Wasserpfeiferauchen. Auf Touren war er nicht dabei. Die managte ich komplett allein. Ich mietete ein Studio in der Ritterstraße 11. Die Verträge handelte mein Anwalt aus. In Linz landete ich nach einer Auseinandersetzung um zerstochene Autoreifen im Gefängnis. Ich zahlte 100 000 Euro Kaution, durfte Österreich nicht verlassen. Aber ich überraschte meine Mutter mit 55 Rosen zum Geburtstag in Berlin.“

Drohungen von Arafat:

„Meinen Zahlungsverpflichtungen an Arafat musste ich nachkommen. Einmal war er todessauer, weil er wusste, dass bei mir Geld von Universal eingegangen war. Er haute mir die Fingerknöchel in die Brust und sagte: Wann kriege ich mein Geld, soll ich dir die Fresse polieren? Er hatte auch die PIN zum Konto.“

„Das Album ‚Staatsfeind Nr.1‘ war ein Erfolg. Das mit Arafat war rein privates Amusement. Wir sahen uns fast täglich im Café. Ich bin kein Klubgänger. Saß dort oft mit ‚Wasserkopf‘ bis zum Schluss, wie die dicken Jungs, die immer übrig bleiben beim Fußball. Arafat ging schon 23 Uhr heim zu seiner Familie.“

Gründung von Ersguterjunge und Vertrag:

„Ende 2005 gründete ich meine GmbH ‚ersguterjunge‘. Auf Bitte von Arafat stellte ich seinen Cousin ein. Er sagte, als Dankeschön von uns an ihn, weil er uns bekannt gemacht hatte. Ich nahm andere Rapper unter Vertrag. Vergrößerte das Studio. Mein Steuerberater fing an zu fragen, was da läuft mit dem Geld, das ich abhebe. Könnte ja sein, ich verpulvere das Geld. Ich ging zu Arafat. Sagte, wir müssten jetzt einen Vertrag machen. Nach Abzug der Betriebskosten sollte seine Beteiligung von 30 Prozent nun vom Nettogewinn sein. Das Gespräch war absurd. Er meinte, er würde Probleme mit dem Wohngeld und der Krankenversicherung bekommen. Der Management-Vertrag trägt das Datum 30. Januar 2007.“

„2007 ging ich zu Sony. Heute verdiene ich an einer CD 86 Prozent vom Händlerabgabepreis. Die Verkaufszahlen explodierten. Da sind Sie schnell bei drei Millionen. Auch die alten Alben gingen nun. Arafat klärte das mit ,Aggro Berlin‘, die Rechte fielen an mich zurück.“

„Nach der Trennung von seiner Ehefrau kauften Arafat und ich uns Mercedes AMG am Salzufer. Arafat kam nun öfter ins Studio. Er bot an, dass man bei Problemen gern zu ihm kommen kann. In der Zeit gab es total kooperative Phasen. Arafat hatte eine sehr dominante und absolute Stellung: Was er sagte, wurde gemacht. Ich gönnte mir ein Großplakat am Waldorf-Astoria für 120 000 Euro im Monat. […]“

(Quelle: BILD)

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