Farid Bang verrät wieso er mit Twitch aufgehört hat

Warum Farid Bang Twitch hinter sich gelassen hat

Farid Bang hat in einem Gespräch bei Deutschrap Ideal offen gelegt, weshalb er sein Twitch-Format eingestellt hat. Der Düsseldorfer erklärt, dass spontane Reaktionsstreams ihn in eine Rolle gedrängt haben, die er so nicht will. Wörtlich beschreibt er den Moment der Erkenntnis: „Ich hab da früher gerne getwitcht, aber irgendwann mal hab ich mich selber dabei erwischt. Mir haben dann Leute Fragen gestellt: „Ey, was hältst du von dem?“ Dann reagierst du einfach auf natürliche Art und Weise. (…) und dann siehst du das auf TikTok und dann denk ich mir, ey Alter, das bin ich gar nicht.“

Diese Dynamik führte dazu, dass kurze Ausschnitte aus seinen Streams auf anderen Plattformen landeten und ein Bild zeichneten, das er ablehnt. Farid macht deutlich, woran er sich stört: „will nicht hier sitzen und den ganzen Tag über irgendwelche Leute lästern, wie so ein Waschweib, weißt du“.

Auch der Host teilt die Beobachtung, dass private oder beiläufige Bemerkungen schnell in der Öffentlichkeit landen. Er fasst zusammen: „Ja, es gehört, das ist halt auch das Ding, ich verstehe auch nicht, warum das alles ins Internet muss.“ Für Farid war das der Punkt, den Stream-Kanal ruhen zu lassen und sich auf Formate zu konzentrieren, die seinem Selbstbild und Anspruch entsprechen.

Appell an Charakter und Grenzen im Netz

Im weiteren Verlauf liefert Farid ein Beispiel, wie belanglose Situationen künstlich aufgebläht werden. Er beschreibt eine harmlose Alltagsgeschichte, die im Netz zu Gossip werden kann: „ich bin auch da jetzt einen Döner essen, du hast kein Geld und ich zahl dir einen Döner“ - und hinterfragt anschließend den Sinn solcher Erzählungen.

Für ihn ist die größere Frage eine der Haltung. Wenn aus Nebensächlichkeiten Narrative geformt werden, sieht er darin ein Charakterthema. Farid richtet deshalb einen Appell an die Community und an Creator, die Grenzen für sich selbst zu ziehen.

Seine Botschaft fasst er klar zusammen: „Weißt du, das ist Charakter. Den Leuten fehlt Charakter und das müssen die lernen. Das ist etwas, was ihr euch selber aneignen müsst und ihr müsst selber sagen: „Ey, ich will das nicht, ich möchte das nicht machen.““ Damit markiert er seine Entscheidung gegen Twitch als bewussten Schritt hin zu mehr Verantwortungsgefühl und weniger impulsiver Öffentlichkeit.