Badmómzjay: „Ich wusste, ich bin keine Mörderin“

Badmómzjays Auszeit und die Entscheidung über ihren Körper

Badmómzjay meldet sich nach zwei stillen Jahren mit einer klaren Botschaft zurück. In der NDR-Talksendung deep und deutlich spricht die 23-Jährige offen über eine toxische Beziehung, psychische und körperliche Gewalt und ihre ungewollte Schwangerschaft. Die Rapperin macht deutlich, wie diese Erfahrungen ihre Musik, ihre Auszeit und ihr aktuelles Mindset geprägt haben.

Zu den Gründen für den Schwangerschaftsabbruch sagt sie: „Die Angst war: Werde ich jetzt verurteilt? Was denken die Leute? Der Partner, mit dem ich zusammen war, es war eine ganz schlimme Beziehung. Ich wusste, dass ich dieses Kind so nicht bekommen kann. Ich wollte nicht, dass Kinder in solche Beziehungen hineingeboren werden.“ Damit benennt sie gesellschaftlichen Druck und persönliche Sicherheit als zentrale Faktoren.

Über die Gewalt berichtet Badmómzjay eindrücklich: „Er war sehr narzisstisch. Sehr großes Ego, sehr viel Kontrolle. Es fing an mit Herumschreien und Schubsen, bis hin zu einem Moment, in dem ich dachte, ich verliere mein Leben. Er meinte: ‚Ich bringe uns jetzt um, du kannst dich von allen verabschieden‘.“ Als ihr Ex sie wegen der Abtreibung beleidigte, hielt sie dagegen: „Ich meinte: ‚Ich kann das nicht‘. Und sein zweiter Satz war: ‚Dann bist du eine Mörderin, weil das Kind von Gott ist‘.“ Ich wusste aber, dass das nicht stimmt. Dass ich keine Mörderin bin, nur weil ich über meinen eigenen Körper entscheide.“

Der schwerste Tag, Heilung und ein Neubeginn mit Therapie

Badmómzjay schildert den Tag des Abbruchs als extreme körperliche und emotionale Belastung. „Es ist das Schlimmste, was mein Körper je durchgemacht hat. Du nimmst eine Tablette, die das Wachstum stoppt und eine, die abtreibt. Ich habe die Zweite genommen, zehn Minuten später ist mein Kreislauf komplett zusammengebrochen.“ Sie verlor kurzzeitig das Bewusstsein und field mit dem Gesicht auf den Boden.

Die Schmerzen beschreibt sie unverblümt: „Es kamen Schmerzen, ich wusste gar nicht, wohin mit mir. Ich hätte mir am liebsten mein Bein abgeschnitten. Es war so ein schlimmer Schmerz.“ Auch nach dem Eingriff blieb die seelische Wunde präsent: „Es hat richtig lange gedauert, bis ich nicht mehr draußen in Tränen ausgebrochen bin, wenn ich kleine Kinder gesehen habe. Es war immer ein Stich ins Herz.“

Den Weg zurück ebneten Abstand und professionelle Hilfe. „Ich habe trotzdem lange Zeit noch so gelebt, als wäre ich noch eingesperrt.“ Erst Therapie und Bewusstsein für traumatische Bindungen brachten Stabilität: „Meine Therapeutin hat mein Leben gerettet. Ich habe gecheckt: Es ist wie eine Sucht. Ich werde ihn nicht irgendwann hassen. Es wird mich einfach umbringen.“

Das vollständige Gespräch ist zuerst in der ARD Mediathek zu sehen.

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