„45 Minuten Eigentor?“ - Christian Solmecke zerlegt ApoReds Statement aus juristischer Sicht
Rechtsanwalt Christian Solmecke
Nur wenige Stunden nachdem ApoRed sein rund 45-minütiges Statement zu den schweren Vorwürfen gegen ihn veröffentlicht hat, meldet sich auch Rechtsanwalt Christian Solmecke zu Wort. Bereits der Titel seines Videos macht seine Einschätzung deutlich: „45 Minuten EIGENTOR? ApoReds Statement juristisch zerlegt!“ Dennoch betont Solmecke gleich zu Beginn, dass für ApoRed selbstverständlich weiterhin die Unschuldsvermutung gilt. Gleichzeitig kündigt er an, das Statement Punkt für Punkt aus juristischer Sicht einzuordnen.
Im Verlauf des Videos erklärt Solmecke, dass ApoRed durchaus einige Aspekte anspreche, die in einem möglichen Strafverfahren relevant sein könnten. Dazu zählt unter anderem das von ihm geschilderte Nachtatverhalten sowie mögliche Widersprüche zwischen den Aussagen verschiedener Beteiligter. Allerdings widerspricht der Anwalt ApoRed auch an mehreren Stellen deutlich. So stellt er klar, dass im deutschen Strafrecht unter Umständen bereits die glaubhafte Aussage einer einzigen Person für eine Verurteilung ausreichen kann - insbesondere bei S*xualdelikten.
Besonders kritisch bewertet Solmecke, dass ApoRed zwar immer wieder von zahlreichen entlastenden Beweisen spricht, diese in seinem Video jedoch nicht präsentiert. Stattdessen stütze sich der YouTuber häufig auf Erzählungen Dritter oder eigene Schlussfolgerungen. Außerdem warnt der Jurist davor, dass einige der gegen andere Beteiligte erhobenen Vorwürfe - etwa gegen die mutmaßlich Geschädigte, MiiMii oder Karina Pusch - selbst rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnten, sofern sie sich nicht belegen lassen.
Öffentliches Statement kritisch
Auch die Entscheidung, ein so ausführliches öffentliches Statement zu veröffentlichen, sieht Solmecke kritisch. Seiner Einschätzung nach hätte kaum ein Strafverteidiger seinem Mandanten zu einem derartigen Video geraten. Stattdessen verweist er auf das Schweigerecht eines Beschuldigten und erklärt, dass jede öffentliche Aussage später im Ermittlungsverfahren oder vor Gericht gegen den Beschuldigten verwendet werden könne.
Zum Ende seines Videos fasst Solmecke zusammen, dass ApoRed zwar einige Punkte vorgebracht habe, die juristisch nicht ignoriert werden dürften. Gleichzeitig sei das Statement jedoch mit zahlreichen neuen Behauptungen, Vorwürfen und Risiken verbunden. Ob diese letztlich Bestand haben oder sich entlastend auswirken, werde nicht auf YouTube entschieden, sondern im Rahmen der laufenden Ermittlungen und gegebenenfalls später vor Gericht.
Mit seiner Analyse liefert Solmecke damit eine der bislang ausführlichsten juristischen Einordnungen von ApoReds Statement. Während er einzelne Argumente des YouTubers durchaus ernst nimmt, kommt er insgesamt zu dem Eindruck, dass das Video aus rechtlicher Sicht eher neue Probleme schaffen könnte - weshalb er es bereits im Titel provokant als mögliches „Eigentor“ bezeichnet.
