„Ich würde das knapp an dich geben“ - Ssynic gibt das Battle gegen Pa Sports selbst ab

Das erste Lebenszeichen nach dem Battle

Seit dem Abend im Festsaal Kreuzberg diskutiert die Szene über wenig anderes. Pa Sports hat sich nach fast 20 Jahren zurück in den Battle-Kreis gewagt, Ssynic galt vorher als Favorit, und seitdem streiten Fans darüber, wer die drei Runden für sich entschieden hat. Jetzt hat sich der Battlerapper selbst gemeldet, mit einem gut 18-minütigen Video aus einem Kölner Hotel. Es sei das erste Lebenszeichen nach dem Battle, sagt er gleich zu Beginn.

Sein eigenes Gefühl direkt nach dem Auftritt beschreibt er wenig euphorisch. „Ich habe so viele Fehler gemacht, scheiße. Beim Üben lief das viel besser“, sei ihm auf der Bühne durch den Kopf gegangen. Angeschaut hat er sich bis dahin ausschließlich seine eigenen Parts, weil er wissen wollte, wie schlimm diese Fehler tatsächlich waren. Das komplette Battle hatte er zum Zeitpunkt der Aufnahme noch gar nicht gesehen. „Ich bin da sehr schlimm mit mir selber“, sagt er über sich.

Dann folgt der Satz, auf den es ankommt. Rund eine halbe Stunde nach dem Battle habe er Pa Sports persönlich gesagt: „Ich glaube, ich würde das knapp an dich geben vom Gefühl her.“ Auch sonst spart Ssynic nicht mit Anerkennung für den Essener. „Man kann nicht mehr Respekt davor haben, also wie der da auf der Bühne steht“, sagt er über dessen Auftritt.

Seine Rechnung ist nicht aufgegangen

Interessant wird es, als Ssynic erklärt, warum ihn der Abend überrascht hat. Er hatte seine Texte gezielt darauf geschrieben, dass sein Gegner patzt: Er habe damit gerechnet, dass Pa Sports „minimum eine Runde reinscheißt oder dass er choked oder rauskommt oder Unsicherheiten zeigt“. Nach einer Minute habe er gemerkt, dass er komplett danebenlag. Also switchte er Passagen im Freestyle um und ließ andere Zeilen ganz weg, was seiner Runde nach eigener Einschätzung einiges genommen hat.

Umso größer fällt sein Lob für den Battle-Neuling aus. Pa Sports habe drei Runden durchgebrettert und performt, als hätte er das schon zehnmal gemacht, während an demselben Abend Battlerapper mit zwanzig oder vierzig Battles Erfahrung ausgesehen hätten, als wüssten sie nicht, worauf es ankommt. Auch die Reaktion seines Gegners kann Ssynic nachempfinden. Pa Sports hatte nach dem Battle eine Story gepostet, in der ihm die Tränen kamen. Er selbst habe nach seinem allerersten Battle nachts um drei instinktiv seine Mutter angerufen und ihr ins Telefon geschrien.

Beim Meinungsbild der Zuschauer bleibt er entspannt. Manche hätten ihm ein klares 3:0 gegeben, andere hätten geschrieben, Pa Sports habe ihn zerstört, die meisten sahen es 2:1 - mal für den einen, mal für den anderen. Genau das sei perfekt für Battle-Rap, wenn auch nicht für ihn selbst. Stolz auf seine eigene Leistung ist er bis heute nicht, sagt er. Ein endgültiges Urteil steht ohnehin noch aus: Das Battle erscheint am 5. Oktober kostenlos auf Youtube. Ssynic selbst rechnet mit 1,5 bis 2 Millionen Aufrufen.