„Der Feind in unseren eigenen Betten“ – Carolin Kebekus sorgt mit Anti-Männer Rapsong für Empörung
Carolin Kebekus entfacht Debatte mit ARD-Rap
Auf Instagram hat die ARD Mediathek einen Ausschnitt aus der „Carolin Kebekus Show“ veröffentlicht. In der Beschreibung steht „Wie wütend bist du?“, im Clip prangt die Ansprache „Liebe Männer:“ - dann setzt ein neuer Rap von Kebekus ein. Inhaltlich zielt der Track auf Alltagss*xismus, Gewaltangst und gesellschaftliche Doppelmoral.
Der Text arbeitet mit drastischen Bildern und bewusst provokanter Sprache. Kebekus rappt etwa: „Oh, und jetzt schreit ihr wieder alle Männerhass? Warum seid ihr denn so hysterisch? Seid ihr schlecht gebumst?“ Später heißt es: „Nachts im Dunkeln auf dem Heimweg haben wir immer noch Angst, immer noch Angst“ und „Es ist Markus auf der Wiese, nicht nur Abdul aus dem Dönerladen.“ Die Hook fasst die Stoßrichtung zusammen: „Männerwelt ein Haifischbecken . Ah, der Feind in unseren eigenen Betten.“
Auch gegenüber Staat und System wählt Kebekus harte Worte: „Genug ist genug, jetzt gilt Huso-Vermutung. Angry Vulven verteilen jetzt Backfalten. Die Zeit ist reif, kommt, Bitches, lasst mal angreifen.“ Am Ende steht eine Kampfansage: „Wir sind proud, Brüste raus, Vater Staat kann Scheide lecken“ - ein bewusst schockierender Schluss, der die Zuschauerschaft spaltet.
Geteilte Reaktionen: Empowerment oder Entgleisung?
Unter dem Instagram-Post formieren sich zwei Lager. Einige feiern den klaren Ton und das Empowerment. Eine Nutzerin schreibt: „Ist schon einmal irgendwem aufgefallen, dass hier großteils nur Männer ‚hate‘-Kommentare hinterlassen? Dieses Verhalten ist schon ziemlich aussagekräftig“. Ein anderer kommentiert zur Kunstform: „Wenn es Männer wären, wäre es normaler Rap.“
Auf der anderen Seite wird die Sendung scharf kritisiert. Mehrere Stimmen bemängeln das Niveau und empfinden die Finanzierung über Steuergelder als problematisch. Eine Nutzerin reagiert entsetzt: „Ich bin verstört… und finde keine Worte für das Niveau. Lachen kann ich darüber definitiv nicht.“ Für sie überschreitet der Clip die Grenze der Satire.
Auch der Vorwurf des Generalverdachts gegenüber Männern taucht mehrfach auf. Ein Nutzer formuliert seine Ablehnung so: „Ich finde immer noch diesen generellen Männerhass auch problematisch. Ich fühle mich der Spezies Mann die Frauen belästigen und schlimmeres genauso wenig zugehörig wie ne Frau, bin aber trotzdem mit unter Generalverdacht! Ich hab selbst ne Tochter und möchte die bestmöglich schützen, aber mit dieser Generalisierung bin ich auch nicht einverstanden!“ Das Spannungsfeld zwischen zugespitzter Satire und pauschaler Anklage bleibt der Kern der Diskussion.
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