Arafat packt aus: Bushido wollte Kay One gar nicht dissen - Eko Fresh zwang ihn ins Studio

Arafats Einblick: Warum Bushido Kay One zunächst nicht dissen wollte

Bushidos Disstrack „Leben und Tod des Kenneth Glöckler“ gilt bis heute als einer der prägendsten Momente im Deutschrap. Im Uncs Podcast von PA Sports und George Boateng liefert Arafat Abou-Chaker nun interne Einblicke in die Entstehung. Demnach war Bushido kurz vor Veröffentlichung unsicher, wie der Song ankommen würde - trotz der späteren Signalwirkung.

Laut Arafat habe Bushido ursprünglich gar kein Interesse gehabt, Kay One musikalisch anzugreifen. Nach der Trennung sei der Berliner Rapper emotional angeschlagen gewesen, geradezu „am Boden zerstört“. Hier kam Eko Fresh ins Spiel, der die Initiative ergriffen und auf eine Antwort gedrängt haben soll.

So berichtet Arafat von einem Anruf Ekos, der die Richtung vorgab: „Dann hat Eko mich angerufen: ‚Wollt ihr mich verarschen? Ihr wollt das so stehen lassen? Ein Kay will einen Bushido… unmöglich.'“ Anschließend sei man mit Shindy ins Studio von Beatzarre und Djorkeff gefahren, um den Track aufzunehmen.

Release-Spannung, Rekorde und spätere Konsequenzen

Kurz vor Release sei Bushido weiterhin nervös gewesen, schildert Arafat. Der Moment der Veröffentlichung bleibt ihm besonders präsent: „Ich kann mich erinnern, der Song kam um 18 Uhr raus, der Diss. Angekündigt, 18 Uhr. Und Bushido war so krass aufgeregt, das kannst du dir nicht vorstellen.“ Arafat selbst habe die Aufregung nicht geteilt und Kay One nicht als ernste Bedrohung eingeschätzt.

Die Resonanz gab dieser Einschätzung recht: „Leben und Tod des Kenneth Glöckler“ knackte innerhalb von rund sieben Stunden die Marke von einer Million Aufrufen. Laut Arafat beflügelte der Erfolg Bushidos Drive und Motivation spürbar - ein Wendepunkt nach einer emotional belastenden Phase.

Für eine kuriose Fußnote sorgte Arafat ebenfalls: Eko Fresh habe seinem Bericht nach lange seinen vereinbarten 650 Euro für den Beitrag am Song nachlaufen müssen. Jahre später folgte eine öffentliche Geste: In seinem „Fresh Family“-Podcast entschuldigte sich Eko Fresh 2022 bei Kay One für den Disstrack - ein seltenes Abschlusskapitel in einer der größten Deutschrap-Fehden.