„Früher war es ohne Rechnung, jetzt ist es mit Rechnung“ – Arafat Abou-Chaker über Schutzgeld und Security

Arafat über Schutzgeld und Security

Auf TikTok machen gerade mehrere Ausschnitte aus Arafat Abou-Chakers Auftritt im Podcast „ungeskriptet“ die Runde. Das Gespräch ist bereits im Mai erschienen, damals sorgte vor allem seine Aussage über die syrische Community für Schlagzeilen. Jetzt rücken andere Passagen in den Fokus, denn Arafat erklärt darin, wie er das Geschäft mit dem Schutz von Clubs sieht. Ein Thema, das spätestens seit der SPIEGEL-TV-Reihe „Im Verhör“ wieder in aller Munde ist, in der unter anderem ein Ex-Hells-Angel über Flers angeblichen Rücken ausgepackt hat.

Für Arafat ist die Sache simpel. Wer schon Ärger hatte und sich Hilfe sucht, kauft aus seiner Sicht eine Dienstleistung ein, keine Erpressung. Der Unterschied zu früher liege vor allem im Papierkram: „Früher war es ohne Rechnung, jetzt ist es mit Rechnung.“ Auf die Frage, was auf so einer Rechnung steht, antwortet er knapp mit Security-Stunden.

Die Zeit, in der Schutz noch ohne Beleg lief, verortet er klar in der Vergangenheit: „Wir reden wirklich von der Zeit von, sagen wir mal, 1994 bis 2000.“ Danach seien die Sicherheitsfirmen gekommen, für Clubs, für Baustellen, für Objektschutz aller Art. „Merkst du nicht, wie viele Sicherheitsfirmen es gibt? Jeder will Sicherheitsfirmen.“ Selbst mache er keine Security, betont Arafat im Gespräch, eine Firma empfehlen könne er aber jederzeit.

„Hätte ich auf die Fresse bekommen…“

Im selben Gespräch geht es auch um Arafats eigene Vergangenheit mit der Justiz. Angezeigt worden sei er fast ausschließlich wegen einer Sache: „Die meisten Anzeigen hatte ich immer wegen Körperverletzung, wegen sonst nichts.“ Den Ablauf beschreibt er so, als hätte er sich dabei meist im Recht gefühlt: „Einer ist so frech, er macht einen Affen, dann kriegt er auf die Fresse“, und danach renne der andere zur Polizei.

Für sich selbst zieht er eine klare Linie: „Hätte ich auf die Fresse bekommen, wäre ich auch nicht zur Polizei gegangen, sage ich dir ganz ehrlich.“ Gleichzeitig räumt er ein, in seiner Jugend auch Glück gehabt zu haben. Ein Richter habe ihm damals wohl die Zukunft nicht verbauen wollen, weil er gerade sein Fachabi gemacht hatte.

Respektlos gegenüber Richtern und Staatsanwälten sei er nie gewesen, sagt Arafat: „am Ende des Tages hat der Staatsanwalt und der Richter ja nur seine Arbeit gemacht.“ Er habe die Urteile akzeptiert, ob Freispruch oder Verurteilung. Wie sehr das Thema Schutzgeld die Szene bis heute beschäftigt, zeigte zuletzt auch die von SPIEGEL TV veröffentlichte Polizeiakte von Capital Bra.

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