„Wir haben uns mit den Nazis geboxt“ - Asche wehrt sich gegen Rechts-Vorwürfe
Der Vorwurf
Asche ruft seine Hörer seit Jahren dazu auf, Sport zu machen, stark zu sein und Haltung zu zeigen. Genau das wird ihm inzwischen politisch ausgelegt. Im Podcast von Nizar und Shayan erzählt der Rapper, dass solche Aussagen heute schnell in eine bestimmte politische Ecke gestellt werden.
Er selbst kann mit dieser Einordnung wenig anfangen. Für ihn geht es bei den Themen, die er anspricht, nicht um Parteien oder Lager, sondern um Grundsätzliches: um Disziplin, Selbstbewusstsein und darum, sich seinen Ängsten zu stellen. Dass ausgerechnet er diesen Vorwurf zu hören bekommt, hält Asche für absurd - und holt zur Erklärung weit aus, zurück in die Neunziger und frühen Zweitausender.
„Wir waren alle Feinde der Glatzen“
Damals, so Asche, sei die Jugendkultur eine einzige große Gemeinschaft gewesen: Hiphopper, Punkrocker, Skater, Ausländer. Verbunden habe sie vor allem ein gemeinsamer Gegner. „Wir waren alle Feinde der Glatzen damals“, sagt er und schiebt zur Erklärung hinterher: „Glatzen, also diese Nazis.“
In NRW seien das vor allem die Gabbas gewesen - Bomberjacken, Air Max, Elektro. Für sie seien Hiphopper ein Feindbild gewesen, weil die Szene multikulturell war. Bei Begegnungen blieb es nicht beim Anschauen: „Wir haben uns mit den Nazis geboxt früher.“
Eine Situation ist ihm bis heute im Gedächtnis geblieben. Sein Gegenüber sei ein 110 Kilo schwerer Judoka gewesen, der ihn zuvor umgehauen hatte. Asche schlug ihm eine Flasche über den Kopf. Sogar den Namen weiß er noch: „Mike hieß der. Liebe Grüße an Mike.“
Seine Bilanz fällt entsprechend trocken aus. Man habe sich damals mit Rechten geprügelt, um sich heute anhören zu müssen, man sei selbst leicht rechts. Wer heute eine Meinung habe, Rückgrat zeige und konservative Werte vertrete, gelte eben schnell als rechts - so sieht Asche es zumindest.
