„Keiner hat jemals meine Texte mitgeschrieben“ – Juju gibt Laas die Props für Shirin Davids Texte

Juju über Rapperinnen, die nicht selbst schreiben

Lange hat sich Juju vor keine Kamera gesetzt. Nach dem großen Spiegel-Interview im Sommer, in dem sie über ihre ADHS- und Autismus-Diagnose sprach, ist die Berlinerin nun zu Gast bei SSYNIC in dessen Podcast „Gib ma Feuer“. Der Battle-Rapper macht aus seiner Bewunderung kein Geheimnis und nennt sie im Gespräch die „beste Rapperin in Deutschland“. Über knapp zwei Stunden geht es um Neukölln, ihre Clubtour, ihr neues Album und die Frage, wer im Deutschrap eigentlich selbst schreibt.

Als SSYNIC wissen will, welche deutschen Rapperinnen sie selbst feiert, holt Juju aus. Grundsätzlich hat sie für ihre Kolleginnen viel übrig: „Ich finde die meisten eigentlich cool.“ Man müsse allerdings differenzieren, denn „es gibt ja nicht so viele Rapperinnen, die selber schreiben“. Sie nennt Shirin David, Loredana und badmómzjay als Rapperinnen, die sie krass finde. Deren Texte könne sie aber nicht loben, da müsse man die Props den Leuten geben, die sie schreiben.

Besonders deutlich wird sie bei Shirin David. Deren Texte gehörten für sie „mit am besten so von den Rapperinnen“, würden aber von Laas stammen – deshalb gebührten ihm die Props. Laas ist seit Jahren als Co-Writer von Shirin bekannt und hat bereits offen über seine Einnahmen als Songwriter gesprochen. Das Thema Ghostwriting begleitet Shirin schon länger: 2021 disste sie sogar einen ehemaligen Ghostwriter.

„Darauf bin ich übertrieben stolz“

Für sich selbst zieht Juju eine klare Linie. Sie wisse, was sie könne, weil sie schon seit ihrer Kindheit Rap höre und verstehe, worauf es ankomme. Vor allem betont sie: „ich weiß ja auch, dass ich jeden einzelnen Text selber geschrieben habe“. Und weiter: „keiner hat jemals meine Texte mitgeschrieben“. Dazu sagt sie: „Und darauf bin ich übertrieben stolz“.

Ihr internationales Vorbild passt ins Bild. Nicki Minaj sei für sie die beste Rapperin, die es jemals gab, auch weil sie selbst schreibe und dazu das ganze Drumherum mitbringe. Außerdem nennt sie Megan Thee Stallion und Doja Cat als Favoritinnen. Ein englisches Album schwebt ihr trotzdem nicht vor, ihre Musik bleibe deutsch.

Ihr neues Album habe sie ganz für sich gemacht, erzählt Juju. Gearbeitet habe sie nur mit zwei Produzenten. Vorab habe sie die Songs niemandem gezeigt, nicht einmal ihren Freunden. Auch über das Ende von SXTN spricht sie erneut. Wie schon zuvor betont sie, dass sie sich getrennt habe – die Hintergründe dazu hatte sie bereits im Sommer erklärt. Negative Gefühle gegenüber Nura habe sie keine, die Trennung sei reiner Selbstschutz gewesen.